Ungestört schreiben mit Writeroom, Darkroom und PyRoom
Als Redakteur habe ich öfter das Problem, dass ich am Computer immer wieder abgelenkt werde. Das passiert mir beinahe ständig. Es ist momentan sogar so schlimm, dass der CeBIT Artikel für 2008 noch nicht fertig ist. Um also schreiben zu können und vor allem im Schreibfluss zu bleiben ist es wichtig, dass man sich von nichts “ablenken” lässt.
Früher hatten wir auf Schreibmaschine nicht dieses Problem, aber der Computer hat mit seinen multimedialen Fähigkeiten eben das mitgebracht, was mich zum Beispiel ablenkt. Beispielsweise schreibt gerade ein Freund in ICQ und bittet um Hilfe oder fragt was man so macht. Das kann einen schon aus dem Schreibfluss bringen und für mich persönlich wird es dann auch schwer mich nicht weiter abzulenken. Der Thunderbird-Icon ist dann nahezu verführerisch mal eben die Mails abzuchecken. Gerade als PC-Redakteur hat man Angst was zu verpassen. Genauso ergeht es mir mit meinem RSS-Reader, der mich mit jeder Menge Nachrichtenquellen eindeckt.
Wenn man also ungestört schreiben will ohne dabei vom PC abgelenkt zu werden sollte Writeroom, Darkroom oder PyRoom benutzen. Writeroom ist quasi das Ur-Programm dieser Idee. Es dunkelt den Bildschirm stilvoll ab, sodass der Hintergrund schwarz ist und die Textfarbe ist in grün gehalten. Writeroom ist allerdings nur für Mac OS X erhältlich und kostet zudem knappe 25 US-Dollar. Darkroom ist genau gleich wie Writeroom mit dem Unterschied, dass Darkroom kostenlos und für Windows erhältlich ist. PyRoom ist der Linux-Pendant bzw. Linux-Ableger und geschrieben in Python. Daher auch der Anfang mit “Py” und natürlich kostenlos.
Die “störfreien” Texteditoren sind nur mit dem Nötigsten ausgestattet, sprich das Speichern und Laden von Texten. Es ist auch nicht gewollt, dass mehr Funktionen benötigt werden. Der Text soll in einem Fluss geschrieben werden. Hinterher, wenn man fertig ist, jagt man dann das Textstück einmal durch die Rechtschreibprüfung und formatiert es. Noch ein paar Bilder einfügen, wenn nötig und fertig ist der Artikel. Der Mensch ist halt doch ein Spielkind und sobald etwas nicht klapp von der Formatierung beim Schreiben oder Einfügen eines Bildes ist man schon wieder aus der Struktur raus und aus dem Schreibfluss sowieso.
Wie soll man denn nun einen Text schreiben ohne “mal eben” online zu gehen? Schließlich, weiß man ja grob, was man schreiben will, aber jedes Detail hat man dann doch nicht im Kopf. “Mal eben auf Wikipedia gucken” und nachschlagen. Und schon ist man wieder abgelenkt und aus der einen Minute zum Nachschlagen werden zehn Minuten, weil man ja doch gerade einem interessanten Link gefolgt ist. Aus diesem Grund sollte man die Recherche vor dem Verfassen eines Textes getan haben! Das einzige, was also auf dem Schreibtisch liegen sollte sind Notizen.
Natürlich beseitigt Writeroom, Darkroom und PyRoom nur die möglichen Ablenkungen und Störungen seitens des PCs. Um weiter störungsfrei zu schreiben sollte man das Telefon ausstöpseln, das Handy ausschalten und wenn möglich eine “saubere” Arbeitsumgebung haben. Die Kunst beim Schreiben ist es halt unter anderem auch sich nicht ablenken zu lassen. Wenn es jetzt noch möglich ist die Türklingel abzuschalten und keiner im Haus ist, ist dies ideal einen Text zu verfassen.
Aber aufgepasst! Dies soll jetzt keinen dazu zwingen beim Schreiben von Bolgeinträgen, Artikeln oder sonstigem diese Schritte zu befolgen. Es ist nicht Jedermanns Ding in einer “totenstillen” Umgebung zu schreiben. Einige Autoren brauchen im Hintergrund Musik oder vielleicht sogar einen laufenden Fernseher.